Johannes Morsbach / Fotograf aus Nürnberg. Dokumentarische Hochzeitsfotografie / Street / Fine-Art

Fuji X100F Review

Fuji X100F Review

Erste Eindrücke und Erfahrungsbericht zur neuen Fujifilm X100F Kamera
 

Die Fuji X100F ist die mittlerweile vierte Auflage der X100-Reihe und ich kann vorab direkt verraten, dass es sich dabei um die bisher durchdachteste Version der schicken Kompaktkamera mit 23mm Festbrennweite handelt. Aber lohnt sich das Upgrade?

Meine Liebe zum Fuji-System hat zwar die Fuji X-T10 entfacht, aber richtig überzeugt war ich spätestens mit der X100T und später der X-Pro2. Die ganze Idee hinter der X100-Serie hat es mir besonders angetan. Deshalb möchte ich hier einen kurzen Beitrag mit einigen Beispielbildern über meine bisherigen Erfahrungen und Eindrücke mit der Fuji X100F veröffentlichen und all denen helfen, die sich noch nicht ganz sicher sind, ob sich der Umstieg von der X100T (oder auch jeder anderen Kompaktkamera) lohnt.

Ich hatte mit meiner Vorbestellung Anfang Februar noch Glück und habe die Kamera bereits einen Tag nach dem offiziellen Erscheinungsdatum erhalten. Leider hatte ich viel zu tun und das Wetter war (völlig egal wo ich gerade unterwegs war) um es schön auszudrücken miserabel. Letzte Woche habe ich endlich die Zeit gefunden, mich etwas länger mit der Fuji X100F auseinanderzusetzen und sie mit auf die Straßen zu nehmen.

Die Fuji X-Serie begleitet mich nun schon seit längerer Zeit und ich fotografiere seit über einem Jahr mit keinem anderen System mehr. Die Hauptgründe hierfür liegen in der Bedienung der Kameras, den exzellenten Objektiven und vor allem in den unauffälligen, kompakten Gehäusen. Und genau in diesem letzten Punkt ist die X100-Serie für mich ungeschlagen: exzellente Bildqualität die (fast) noch in die Hosentasche passt.

Deshalb geht es ohne große Umwege mit einem kurzen Erfahrungsbericht los, der jedoch in keinster Weise technisch oder wissenschaftlich sein soll. Ich möchte euch nur ein paar persönliche Eindrücke schildern.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f/7,1 - 1/900 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f/7,1 - 1/900 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f8,0- 1/340 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f8,0- 1/340 Sek.


Aussehen und Bedienung


Natürlich spielt das Aussehen der Technik eigentlich keine Rolle für die Kaufentscheidung und erst recht nicht für die Bildqualität. Aber wenn es eine Kamera schafft, dass ich sie gerne in die Hand nehme und damit ununterbrochen Fotos machen will, dann hat sie irgendetwas richtig gemacht. Wenn man mit den Einschränkungen - oder besser gesagt den Reduzierungen - der X100-Serie leben kann, bleiben mit der neuesten Generation eigentlich fast keine Wünsche mehr offen.

Im Gegensatz zur X100T wirkt alles noch aufgeräumter (z.B. sind die Knöpfe jetzt alle auf der rechten Seite des Displays) und vor allem wertiger. Kein Spielraum bei den Tasten, angenehm feste Druckpunkte und nichts wackelt - dadurch ist sie noch angenehmer zu bedienen. Gerade der An/Aus Schalter hat mich beim Vorgänger einige Nerven gekostet, da er extrem lose war und ständig versehentlich von mir umgelegt wurde.

Eine weitere kleine Neuerungen ist das ISO-Einstellrad, welches Nutzer der Fuji X-Pro2 bereits zu genüge kennen und lieben oder hassen gelernt haben. Ich persönlich bin damit immer gut zurecht gekommen und bin froh darüber, dass es dieses Feature in die X100F geschafft hat.

Ausserdem gibt es jetzt ein weiteres Einstellrad an der Vorderseite der Kamera, einen zusätzlichen Funktionsknopf auf dem Sucher-Hebel und einen Joystick zum einstellen des Fokuspunktes. Mehr hat sich äußerlich zu meinem Erfreuen eigentlich nicht getan.
 

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f2,5 - 1/280 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f2,5 - 1/280 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/300 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/300 Sek.


X100T vs. X100F - Bildqualität und neue Funktionen


Wer mit der Bildqualität der Fuji X-Pro2 oder X-T2 vertraut ist, wird abschätzen können was ihn bei der X100F erwartet. Der neue X-Trans CMOS III Sensor mit 24 Megapixeln und der X-Prozessor Pro liefern auch in dieser Kamera hervorragende Ergebnisse in einem kleinen Gehäuse.

Im Vergleich zur X100T bedeutet dass in erster Linie zusätzliche 8 Megapixel und eine allgemein schnellere Kamera.

Die Bildqualität war schon bei der X100S und X100T großartig, das einzige was mich immer ein wenig gestört hat, war die Geschwindigkeit der beiden Vorgängermodelle (die erste Version der Kamera habe ich persönlich nie testen können). In erster Linie der Autofokus - aber dazu mehr weiter unten.

Ich möchte hier nur ein paar ausgewählte neue Funktionen der Fuji X100F auflisten, die ich mir auch persönlich gewünscht habe und es endlich in das neue Modell geschafft haben:
 

  • Auto-ISO: Die minimale Verschlusszeit lässt sich jetzt auf bis zu 1/500s einstellen (vorher 1/125)

  • Maximale ISO Einstellung von 6.400 auf 12.800 erhöht

  • Das bereits oben erwähnte neue ISO-Einstallrad

  • Acros Filmsimulation

  • Joystick zur schnellen Auswahl des Fokuspunktes

  • Mehr Fokuspunkte (91 bzw. 325 statt 49)

  • Schnellere Serienbildaufnahme (8 & 5 fps statt 6 & 3 fps)

  • Akkuleistung: Endlich einheitliche Batterien, die X100F nimmt jetzt ebenfalls dieselben Akkus wie die Fuji-Systemkameras

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/600 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/600 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/750 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/750 Sek.

Es gibt noch ein paar mehr neue Features, wie den digitalen Telekonverter (umgerechnet 50mm & 70mm), aber das sind für mich eher Spielereien, die ich persönlich wohl nicht oder sehr selten benutzen werde. Soweit ich weiss ist dieser digitale Zoom auch lediglich bei der Aufnahme im JPEG-Format möglich, soll jedoch recht akzeptable Ergebnisse liefern. Gepaart mit der zusätzlich erhältlichen Telekonverter-Linse TCL-X100 kann man sogar bis zu 100mm erreichen.

Die automatische Gesichtserkennung kann jetzt ebenfalls automatisch Augen erkennen, aber in meinen kurzen Tests sprang der Fokuspunkt leider relativ unberechenbar von einem Auge zum anderen, weshalb ich in wichtigen Situationen das gewünschte Auge lieber manuell auswählen würde. Das Erkennen von Gesichtern funktioniert jetzt ähnlich zuverlässig wie bei den anderen Flaggschiff-Modellen von Fuji.

Für mich sind diese Neuerungen (vor allem aber der neue Sensor, der Fokuspunkt-Joystick und die Standardisierung der Akkus) fast schon Grund genug für das Upgrade von der X100T. Wenn sich jedoch nichts bei der Geschwindigkeit und in erster Linie der Treffsicherheit des Autofokus-Systems getan hätte, wäre ich eventuell noch etwas länger beim Vorgängermodell geblieben.

 Fuji X100F Review: ISO 2000 - f5,6 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 2000 - f5,6 - 1/250 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 1250 - f2 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 1250 - f2 - 1/250 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 640 - f2,2 - 1/200 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 640 - f2,2 - 1/200 Sek.


Fuji X100F Autofokus


Für viele war die Ankündigung, dass das neue Modell das gleiche, mittlerweile über 6 Jahre alte 23mm F2 Objektiv benutzen wird, eher ernüchternd. Was die Bildqualität angeht, hatte ich mit dieser Information persönlich überhaupt kein Problem. Ich empfand die Bilder immer als sehr angenehm und für meine Zwecke perfekt. Das Objektiv hat seinen eigenen Charakter und liefert keine sterilen Bilder ab, sondern besticht durch Plastizität und eine warme Austrahlung.
Wer hauptsächlich Menschen fotografiert wird mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein, gerade weil dank dem neuen Sensor und Prozessor die Hauttöne nicht mehr so wachsig aussehen wie früher. 

Ich habe mich eher gefragt, ob Fuji mit diesem Objektiv noch etwas aus dem Autofokus rausholen könnte. Kurz gesagt: ja sie konnten.

Bei guten Lichtbedingungen war der Autofokus eigentlich nie ein Problem. Bei künstlichem Licht oder in der Dämmerung sah das schon etwas anders aus: das Fokussystem hat oft hektisch und länger gesucht und es kam gerne mal vor, dass das Subjekt trotzdem am Ende nicht scharf war. Der Sprung in dem neuen Modell ist ähnlich wie der, wenn man ein etwas älteres Objektiv (z.B. das 35mm f1.4) an der X-T1 und dann an der X-T2 ausprobiert. Der Autofokus ist spürbar schneller aber vor allem deutlich treffsicherer unter schwierigen Bedingungen.

Auch der kontinuierliche Autofokus (AF-C) produziert deutlich weniger Ausschuss als die X100T und ich würde mich jetzt schon eher trauen, eine Serienbildaufnahme im AF-C Modus in wichtigen Situationen mit dieser Kamera zu fotografieren. Für Sportfotografen oder richtig schnelle Action ist diese Kamera aber nach wie vor nicht wirklich zu empfehlen.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f4,5 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f4,5 - 1/250 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f3,2 - 1/300 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f3,2 - 1/300 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f2,8 - 1/280 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f2,8 - 1/280 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/320 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/320 Sek.

Eine Sache die ich leider etwas unglücklich gelöst finde, ist die Platzierung des Q-Knopfes auf der Rückseite der Kamera. Da Die Fuji X100F keine eigene AF-L Taste hat, sondern nur eine AE-L/AF-L Taste, würde sich der Q-Knopf geradezu ideal dafür anbieten, ihn als AF-L Knopf einzustellen. Ich bin großer Fan der „Back-Button-Focus“ Technik, die mir erlaubt mit einem anderen Knopf als dem Auslöseknopf zu fokussieren und den Fokus unverändert zu lassen, bis man den AF-L Knopf erneut drückt bzw. wieder loslässt (je nachdem wie man das in den Einstellungen konfiguriert hat).

Der AE-L/AF-L Knopf ist für meinen Geschmack jedoch deutlich zu weit links, um ihn komfortabel beim fotografieren zu erreichen. Man kann zwar das Einstellrad auf der Rückseite darauf programmieren, dass es beim drücken die AF-L Funktion übernimmt, aber es ist mir dabei schon öfter passiert, dass ich das Rad beim drücken verstellt habe und sich dadurch die Belichtungseinstellung verändert.

Die Position der Q-Taste wäre für mich ideal, leider lässt sich diese Taste nicht umprogrammieren (zumindest noch nicht, vielleicht kommt das ja mit einem zukünftigen Firmware-Update?). Da ich diesen Contra-Punkt schon von mehreren Fotografen gehört habe, gibt es vielleicht Hoffnung.
Da ist aber auch schon mein einziger negativer Punkt im Bezug auf die Ergonomie der Kamera.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/320 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/320 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5 - 1/250 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f4 - 1/300 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f4 - 1/300 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/680 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/680 Sek.


Die Fujifilm X100F - Fazit


Alles was ich schon an der X100T und X100S geliebt habe, ist auch bei der neuesten Generation nicht anders. Der Formfaktor, die Bedienung, der Minimalismus und die Bildqualität sind weiterhin auf höchstem Niveau. Die folgenden Punkte gelten daher teilweise auch für die Vorgängermodelle, aber ich möchte nochmal kurz zusammenfassen, warum ich diese Kamera sowohl für private als auch für meine Arbeit als Hochzeitsfotograf immer im Gepäck habe:

 
  • Unauffällig und klein: ideal um nicht aufzufallen

  • Die Bildqualität spielt mit dem neuen Sensor & Prozessor in derselben Liga wie die X-T2 / X-Pro2

  • Der Leaf-Shutter ist nahezu lautlos, ein weiterer Pluspunkt für unauffälliges Fotografieren

  • Eingebauter ND-Filter wenn man an einem sonnigen Tag bei offener Blende fotografieren will

  • Für mich ist das „alte“ Objektiv immer noch ein klarer Pluspunkt

 
 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/420 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/420 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 250 - f2,2 - 1/200 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 250 - f2,2 - 1/200 Sek.

Natürlich kann ich verstehen, dass viele Leute von der fehlenden Wetterfestigkeit enttäuscht sind. Für manch härteren Einsatz wäre es sicher von Vorteil (zumindest fürs Gewissen) und wenn die Kamera dadurch nicht größer und nicht nochmal teurer werden würde, hätte ich für die Zukunft natürlich nichts dagegen.

Für weiteren Diskussionsstoff hat die Ankündigung, dass auch die X100F kein Klapp-Display spendiert bekommt, gesorgt. Auch hier kann ich eigentlich nicht viel zu sagen, da ich den Minimalismus der X100-Serie sehr attraktiv finde und ich es daher befürworte, die Kamera so simpel wie möglich zu halten. Aber auch in diesem Punkt hätte ich nichts dagegen, solange es die Kamera nicht unnötig dicker oder breiter macht.
 

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f4,5 - 1/300 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f4,5 - 1/300 Sek.

 Fuji X100F: ISO 200 - f4,5 - 1/300 Sek.

Fuji X100F: ISO 200 - f4,5 - 1/300 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f3,2 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f3,2 - 1/250 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/280 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f5,6 - 1/280 Sek.

 Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/250 Sek.

Fuji X100F Review: ISO 200 - f2 - 1/250 Sek.


Alternativen zur Fuji X100F


Wem der Preis der X100F für eine Kompaktkamera mit Festbrennweite zu hoch vorkommt, dem empfehle ich sich eine gut erhaltene, gebrauchte X100T zuzulegen. Natürlich muss man einige Abstriche machen, aber es ist immer noch eine großartige Kamera mit hervorragender Bildqualität.

Wer etwas Geld sparen möchte und die Möglichkeit haben will Objektive zu wechseln, sollte einen Blick auf die neue Fuji X-T20 werfen. Ich bevorzuge generell Kameras, die den Sucher auf der linken Seite haben (Messsucher-Stil). Wem der Elektronische Sucher in der Mitte wie bei einer DSLR-Kamera nicht stört, wird mit dieser Kamera ebenfalls glücklich werden. Gepaart mit dem neuen XF23mm F2 WR Objektiv bekommt man absolut vergleichbare Bilder, ein Klappdisplay, Touchscreen und die Möglichkeit jederzeit eine andere Brennweite zu benutzen. Mit dem XF27mm F2.8 beispielsweise, ist der Größenunterschied praktisch nicht mehr vorhanden.

Lohnt sich das Upgrade? Kurz gesagt: ich bereue es nicht und die Neuerungen sind mir persönlich den Umstieg wert. Für mich ist die Fujifilm X100F die ideale Ergänzung und aufgrund ihrer Größe meine Wahl für alle persönlichen Aufnahmen, Straßenfotografie und wenn ich besonders unauffällig und leise fotografieren möchte.

Wie immer freue ich mich über Kommentare und ich versuche jede Frage so gut es geht zu beantworten. Die Bilder für dieses Review sind alle in einem sehr kurzen Zeitraum entstanden, deswegen werde ich in den kommenden Wochen und Monaten hoffentlich noch einige weitere Beiträge mit Beispielbildern veröffentlichen.

Fuji XF 50mm F2 Review

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Köln Streetphotography - Olympus Pen-F & 17mm F1.8

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